Zum Inhalt springen
K · u · l · t · u · r

Geld und Glamour bei ProSiebenSat.1

Ein Blick hinter die Kulissen von ProSiebenSat.1: Wie viel verdienen die Stars und was sagt das über unsere Fernsehlandschaft aus?

Clara Hoffmann19. Juli 20262 Min. Lesezeit

Ich sitze mit einer Tasse Tee in der Hand und schaue mir die neuesten Schlagzeilen über ProSiebenSat.1 an – oder vielmehr das, was man üblicherweise als «Schlagzeilen» bezeichnet, während ich über das beinahe schon absurde Gehalt der Stars sinniere, die aus dem Nichts wie aus dem Boden gestampft in die Wohnzimmer der Nation platzen. In der glitzernden Welt des deutschen Fernsehens wird viel über Ruhm und Erfolg gesprochen, aber wie viel davon ist tatsächlich in bare Münze umgerechnet?

Ein Beispiel: Ein Moderator, der in den Abendstunden mit einem charmanten Lächeln durch die Sendung führt, kann mit einem Gehalt rechnen, das für die meisten von uns unvorstellbar bleibt. In Zeiten, in denen die Wirtschaft schwächelt, scheinen diese Beträge eine eigene, fast surreale Realität zu schaffen. Während ich darüber nachdenke, wie viele Brötchen man sich von einem solchen Gehalt kaufen könnte, beginnt sich die Frage zu formen: Was ist der unnötige Luxus, den wir für Unterhaltung bezahlen?

Im Laufe der Jahre hat ProSiebenSat.1 zahlreiche Formate hervorgebracht, von schlichten Quizshows bis hin zu hochkarätigen Talentshows. Viele dieser Programme haben den gleichen Grundsatz: Der Zuschauer liebt es, wenn die Stars glänzen. Das spiegelt sich nicht nur in den Quoten wider, sondern auch in den Verträgen, die ausgehandelt werden. Es ist, als ob die Sender auf einer Art von Neid basieren, in dem die Zuschauer nicht nur auf die Stars schauen, sondern auch auf die Summen, die sie dafür erhalten.

Die Absurdheit der Situation wird mir besonders klar, wenn ich an die Diskrepanz zwischen dem Gehalt dieser Stars und dem der unzähligen Menschen denke, die hinter den Kulissen arbeiten. Die Regisseure, Techniker und kreativen Köpfe, die dafür sorgen, dass die Lichter angehen und die Kameras scharf gestellt sind, verdienen meist weit weniger – obwohl ihre Arbeit in vielen Fällen den Erfolg eines Formats ausmacht. Das führt zu einer gewissen Komik, wenn ich mir vorstelle, dass wir abends für Unterhaltung Millionen zahlen, während die Hände, die die Show tatsächlich möglich machen, oft um jeden Cent kämpfen müssen.

Wenn ich mich also zurücklehne und auf den Bildschirm schaue, der von den wohlgelaunten Gesichtern der Showhelden erleuchtet wird, wird mir klar, dass es nicht nur um den Glanz geht. Es ist auch eine Frage von Wertschätzung und Verständnis. Wie oft nehmen wir uns die Zeit, über die Dimensionen des Earners nachzudenken? Vielleicht ist es an der Zeit, unseren Blick von den strahlenden Sternen hinunter zu den Schatten der Bühnenarbeiter zu lenken – denn die wahre Geschichte des Fernsehens wird nicht nur vor, sondern auch hinter der Kamera erzählt.

Ein Teil von mir fragt sich, ob der ganze Zirkus wirklich notwendig ist, aber eines ist sicher: Solange es Zuschauer gibt, wird es auch die Stars geben, und damit ein endloser Kreislauf von Geld und Glamour, der sowohl faszinierend als auch erschreckend ist.

Aus unserem Netzwerk